Dienstag, 15. November 2011

Der Gang zum Heilpraktiker

Sie sind mittlerweile eine feste Größe im Gesundheitswesen. Bereits seit 1936 gibt es den Berufszweig der Heilpraktiker, Therapeuten und Alternativmediziner. Doch erst in den letzten Jahren konnte sich die Naturheilkunde neben der Humanmedizin fest etablieren.


Warum überhaupt Alternativmedizin?

Im Gegensatz zur Humanmedizin wirft die Alternativmedizin einen Blick auf die Ganzheitlichkeit des Menschen. Auftretende Symptome werden nicht separat voneinander betrachtet. Der Heilpraktiker geht sozusagen davon aus, dass "Alles mit Allem" zusammenhängt. Dadurch ergeben sich völlig neue therapeutische Ansätze, die den Patienten in seinem gesamten Wesen wahrnehmen. Häufig kritisieren gerade gesetzlich Versicherte, im normalen Gesundheitsalltag nur noch wie eine Nummer behandelt zu werden. Das ist in der Naturheilkunde anders. Sie zielt grundsätzlich darauf ab, sich einen Kompletteindruck zu verschaffen. Und das geht eben nicht in fünf Minuten. Zwar werden momentan wenige Leistungen des Heilpraktikers von der Krankenkasse bezahlt, die Tendenz ist jedoch steigend.



Verbreitung von Heilpraktikern

Aufgrund des wachsenden Interesses wächst auch die Zahl der Heilpraktiker. So ging das Statistische Bundesamt im Jahr 2009 von etwa 29 000 Stellen aus. Das sind 3000 mehr als noch im Vorjahr. Im Vergleich zu den Ärzten, die etwa 326 000 Stellen im Jahre 2009 inne hatten, ist der Anteil jedoch noch gering. Doch alleine in der Region Mittelfranken gibt es mittlerweile zahlreiche naturheilkundliche Angebote, sowie Ausbildungsmöglichkeiten für die kommende Heilpraktikergeneration. Dieses Angebot ist allerdings nicht selbstverständlich. In vielen Ländern wie zum Beispiel Österreich oder den USA dürfen Heilpraktiker gar nicht praktizieren oder nur eingeschränkt. Und auch in Deutschland muss man vor dem Berufsstart eine fundierte Ausbildung absolvieren, die von dem zuständigen Gesundheitsamt abgenommen wird. Hier in der Region sind das die Gesundheitsämter der Städte Ansbach und Nürnberg.

Passendes Therapieangebot für jedermann

Neben den Paradedisziplinen wie Homöopathie und Akkupunktur gibt es viele, zum Teil recht exotische Therapieformen. So ist beispielweise der Sektor der Energiearbeit, zu der Reiki gehört, nicht für jeden geeignet. Bei dieser Form leitet der Reiki-Therapeut Energien in den Körper des Patienten, um Blockaden zu lösen. Auch das in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwurzelte Verbrennen von Kräutermischung kann aufgrund von Unverträglichkeiten nicht bei jedem angewendet werden. Hier ist nun der Heilpraktiker gefragt. Er sucht für seine Patienten die passenden Therapiemöglichkeiten heraus und erläutert sie schrittweise. So finden sich am Schluss meistens Vorgehensweisen, die den Wünschen des Patienten entsprechen. Dies kann selbstverständlich auch in Kombination mit der Schulmedizin ablaufen. Denn ausgehend davon, dass sowohl Ärzte als auch Heilpraktiker nur das Beste für den Patienten wollen, ist eine übergreifende Zusammenarbeit ein wünschenswerter Ausblick für die Zukunft.

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