Sonntag, 27. November 2011

Wenn Obst der Gesundheit schadet...

Blähungen, Bauchkrämpfe oder Durchfall - Diese Symptome können typisch für eine Fructose-Unverträglichkeit sein. Wenn Sie diese Beschwerden gerade dann haben, wenn Sie beispielsweise Obst verzehrt haben, sollten Sie einen Test machen.


Was ist eine Fructose-Unverträglichkeit?

Fructose (Fruchtzucker) ist ein Monosaccharid, also ein Einfachzucker. Insbesondere Obst und Fruchtprodukte enthalten einen hohen Anteil dieses Zuckers. Gerade in den letzten Jahren ist der Anteil an Fruchtzucker in unserer Ernährung stark gestiegen, da zum einen Fachgesellschaften dem Verbraucher nahe legen, viel Obst und Gemüse zu essen.
Zum anderen wird Fructose in vielen Lebensmittelprodukten als Zuckerersatz verwendet. Dazu gehören beispielsweise Wellness-Drinks, Joghurts und Light-Produkte.
Ein gesunder Mensch verträgt etwa 35 Gramm Fructose am Tag. Etwa 30 Prozent der Deutschen haben aber schon bei geringeren Mengen Probleme, da ihr Transportprotein GLUT-5 nicht richtig funktioniert. Somit wird der Fruchtzucker nicht oder nur begrenzt in die Dünndarmzellen eingeschleust und steht dem Organismus nicht zur Verfügung. Stattdessen sorgt er für Unruhe im Dickdarm, da er dort unverdaut ankommt. Fructoseintoleranz ist aber keine Allergie. Abhängig von der Ausprägung hat jeder Mensch eine andere Schwelle, ab der er keine Fructose mehr verträgt.


Welche Rolle spielt Sorbit?

Sorbit ist ein Zuckeralkohol, der den Abtransport von Fructose blockiert. Viele Lebensmittel enthalten ihn als Zuckeraustauschstoff (E420), aber auch in Früchten ist er natürlich enthalten. Bei einer Fructoseintoleranz darf der Betroffene auch keinen Sorbit zu sich nehmen, da er im Stoffwechselprozess zu Fructose umgewandelt wird.

Wie kann die Unverträglichkeit medizinisch festgestellt werden?

Genau wie bei der Laktoseintoleranz, ist auch bei der Fructoseintoleranz der H2-Atemtest die gängigste Variante, um die Unverträglichkeit festzustellen. Bei einem gesunden Menschen ist die Wasserstoffkonzentration im Atem sehr gering, da bereits der Dünndarm die Fructose aufnimmt. Bei einer Unverträglichkeit gelangt der Fruchtzucker jedoch in tiefere Darmabschnitte und wird dort von den Darmbakterien zersetzt. Dabei wird Wasserstoff freigesetzt, der sich im Atem messen lässt.
Der Patient sollte die Tage vor dem Test nur bestimmte Lebensmittel zu sich nehmen, damit die Ausgangskonzentration an Wasserstoff bei null ist. Der Gastroenterologe verabreicht dem Patienten dann eine wässrige Lösung mit mindestens 30 Gramm Fructose. Danach muss der Patient in regelmäßigen Abständen in ein Atemmessgerät blasen. Steigt die Wasserstoffkonzentration stark an, liegt eine intestinale Fructoseintoleranz vor.
Es gibt auch Menschen, die an einer hereditären Fructoseintoleranz leiden. Bei ihnen darf unter keinen Umständen ein H2-Atemtest durchgeführt werden. Die Krankheit ist erblich und schon kleine Mengen an Fruchtzucker können für die Betroffenen lebensbedrohlich sein. Allerdings ist diese angeborene Stoffwechselkrankheit extrem selten.

Wie sollte ich mich bei einer Unverträglichkeit ernähren?

Wird die Unverträglichkeit vom Arzt festgestellt, sollten Sie zunächst vier Wochen komplett auf Fruchtzucker verzichten. Dabei müssen Sie beachten, dass Haushaltszucker ein Disaccharid ist und zur Hälfte aus Glucose und Fruchtzucker besteht.
Danach können Sie Ihre Ernährung mithilfe eines Ernährungstagebuchs in Kombination mit Selbsttests an Ihre individuelle Verträglichkeit anpassen.


Kommentare:

  1. Hans Peter Pfister27. November 2011 um 18:10

    tolle seite

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  2. Sehr interessanter Artikel!

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  3. Sehr gut recherchierter Artikel.

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  4. schöne seite, ich hoffe mal der test wird bei mir negativ^^

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  5. Ach ja...das leidige Thema Fructose Intoleranz ;-)

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