Montag, 14. November 2011

Generation Leistungsdruck: Das Burnout-Syndrom

Bei Frank Plasberg heiß diskutiert, von einigen Menschen als Jammerei belächelt, von Betroffenen als schrecklicher Zustand beschrieben: Das Burnout-Syndrom.

 

Eine Krankheit, die keine ist

In unserer Leistungsgesellschaft wird eine Diagnose immer häufiger gestellt: Burnout. Doch laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ICD 10, der internationalen Klassifikation von Krankheiten, wird der Zustand der gefühlsmäßigen Erschöpfung nicht als Krankheit eingestuft. Das Syndrom wird beschrieben, als ein Problem das eigene Leben zu bewältigen, eine geistige und körperliche Erschöpfung mit herabgesetzter Leistungsfähigkeit. Burnout ist tagesformunabhängig, sitzt tiefer in der Gefühlswelt.

Die Wurzel des Übels


Am Anfang sind die Betroffenen extrem aktiv und begeistert und haben einen bedingungslosen Anspruch an die eigene Leistung, deren Umsetzung am Arbeitsplatz zum Scheitern verurteilt ist. Frustration macht sich breit.
Es wächst das Gefühl sich beweisen zu müssen. Der Ehrgeiz, allen anderen zu zeigen, dass die eigens gesteckten Ziele trotzdem geschafft werden, erwacht. Zunehmend verleugnen Betroffene Bedürfnisse wie Schlaf, Essen und soziale Kontakte. Die Arbeit ist jetzt das Wichtigste. Bald stellen sich die ersten körperlichen Symptome ein.

Es war einmal

Das Phänomen des Burnout Syndroms gibt es schon länger. Es ist, wie oft angenommen, keine Neuzeiterscheinung.
Bereits in der Bibel, im alten Testament, finden sich Hinweise auf einen Burnout. Dort wird er allerdings als Elias–Müdigkeit beschrieben.

England im 17. Jahrhundert: Das britische Empire schwingt sich zur Weltmacht empor. Die Wirtschaft wächst, der Kolonialhandel blüht und die Arbeitsprozesse beschleunigen sich zusehends. Besonders gebildete Bürger und Adlige haben es immer öfter „an den Nerven“. Die Ärzte stellen die Diagnose Neurose. Mittels Aderlass behandeln sie Krankheitszeichen wie Melancholie, Müdigkeit, Herzklopfen, Muskelschmerzen, allgemeine Schwäche, Herzschmerzen und Konzentrationsmangel.


Das 19. Jahrhundert ist das Zeitalter der Industrialisierung. Erneut strebt der Mensch höher, schneller, weiter. Ende des 19. Jahrhunderts geraten schon einmal Erschöpfungssymptome in den Fokus der damaligen Medizin. Die Arbeits– und Lebensbedingungen verändern sich rasant. Es sind jedoch nicht die Arbeiter, sondern die vermögende Mittel- und Oberschicht, die als besonders gefährdet gelten. Der New Yorker Nervenarzt George Miller Beard fasst 1869 Symptome wie Reizbarkeit, Schwindel und Kraftlosigkeit unter dem Begriff Neurasthenie zusammen.
In den 70er Jahren in New York engagierte sich der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger ehrenamtlich für Prostituierte und Drogenabhängige in Harlem, einem Stadtteil von New York. Die Stadt steht kurz vor dem Bankrott. 18 Stunden–Tage sind die Regel. Er wird zunehmend reizbar und zynisch. Freudenberger prägt den Begriff Burnout und veröffentlicht den ersten Fach–Artikel zu diesem Thema.

Quelle:
http://pedrocardoso.hostzi.com/
video/2004/stressdagravata/
Neue Volkskrankheit

Alle Phänomene von Erschöpfung haben eines gemeinsam: sie ereignen sich scheinbar in Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche, in denen sich der Begriff der Arbeit wandelt.
Heute mutiert das Phänomen zu einer neuen Volkskrankheit. Deutsche Krankenkassen schätzen die Zahl der Betroffenen auf etwa 9 Millionen. Die Symptome des Burnouts machen heute vor keiner Berufsgruppe mehr halt.

Hilfe bei Burnout finden Sie hier



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