Mittwoch, 28. Dezember 2011

Reitsport in Franken

Seit vielen Jahren sitzt Beate Meier fest im Sattel - sei es beim Dressurreiten oder beim Springen. Ein Leben ohne Pferde kann sie sich nicht vorstellen. In einem Interview erzählt sie uns, warum Reiten so viel mehr ist als nur ein Sport zum fit werden.

Fit in Franken: Beate, wann haben Sie mit dem Reiten begonnen und warum?

Beate Meier: Ich hab als 8-jährige meine erste Reitstunde gehabt und seither sind 20 Jahre vergangen. Als Kind fand ich Pferdefilme toll, wie Reiterferien auf Immenhof. Ich wollte so was auch erleben und Reiten lernen. Dann habe ich meine Eltern angebettelt und angefleht, dass sie mich an einer Reitschule anmelden.

FiF: Warum mussten Sie sie anbetteln?


Beate Meier: Meine Eltern waren von meinem Wunsch Reiten zu lernen nicht begeistert. Sie hielten es für zu gefährlich. Aber ich habe mich durchgesetzt.

FiF: Ich habe gehört, dass Mädchen vom Reiten deshalb so begeistert sind, weil sie die Pferde dabei dominieren können - also etwas Großes, worüber sie allein bestimmen können. Wie sehen Sie das?

Beate Meier: Hm, von so was habe ich auch gehört. In Einzelfällen mag es das geben. Aber wer deshalb reiten will, macht es aus den falschen Gründen und bleibt bestimmt nicht lange dabei. Ein Pferd lässt sich nicht dominieren. Beim Reiten muss man mit seinem Pferd zusammenarbeiten und einen gemeinsamen Weg bestreiten, den der Reiter und vor allem auch das Pferd gehen will.

FiF: Was halten Sie von dem leistungsorientierten, internationalen Reitsport?

Beate Meier: Es bestimmt toll, wenn man gesponsert wird, ein starkes Pferd hat und den Stress aushält. Für mich kann ich es mir nicht vorstellen. Ich arbeite und trainiere gerne mit Pferden, aber auf eine gemütliche Art und Weise. Hin und wieder finden hier in Franken und Umgebung kleinere Hoftuniere statt. Da steht nicht die Leistung, sondern der Spaß im Vordergrund. Daran nehme ich gerne teil, obwohl ich bisher nur zweimal was gewonnen habe.

FiF: Haben Sie sich schon mal verletzt?

Beate Meier: Ja, ein paar Mal. Ich habe mir zwei Rippen gebrochen, hatte eine Gehirnerschütterung und Prellungen am ganzen Körper. Das Pferd ging durch und hat mich gegen einen Baum geritten. Das war ein fremdes, heißblütiges Pferd - da hätte ich mich nie hinaufsetzten dürfen.
Dann hab ich mir beim Springen das Steißbein geprellt. Nach dem Sprung ist mir meine zu große Kappe ins Gesicht gerutscht. Ich hab die Orientierung verloren und bin runtergefallen. Ab da wusste ich, warum Cowboys immer so breitbeinig gelaufen sind. Aber beide Male war es meine Schuld.

FiF: Man hört immer wieder von schlimmen Reitunfällen mit tragischen Folgen, wie bei Christopher Reeve. Haben Sie keine Angst, dass Ihnen so etwas passieren könnte?

Beate Meier: Angst sollte man beim Reiten nicht haben, denn sonst ist die Katastrophe vorprogrammiert. Einen gesunden Respekt vor dem Sport und dem Pferd sollte man allerdings haben. Denn selbst wenn ich alles richtig mache, kann das Pferd ausrutschen, stolpern oder sich erschrecken. Dadurch könnte es zu einem Unfall kommen. Ich passe auf so gut es geht, reite nie ohne passenden Reithelm und habe eine Sicherheitsschutzweste im Gelände und beim Springen an. Passieren kann immer was, aber das gilt auch für den Straßenverkehr oder Haushaltsunfälle.

FiF: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Beate Meier: Ein eigenes Pferd. Ich habe zur Zeit eine Reitbeteiligung. Dieses Pferd gehört jemand anderem, aber ich darf es ein paar Mal die Woche reiten. Ein eigenes kann ich mir leider nicht leisten. Stallmiete, Verpflegung, Tierarztkosten, Ausrüstung und Anschaffung eines Pferdes - das sind alles Dinge die kontinuierlich Geld und auch Zeit kosten. Aber irgendwann werde ich ein eigenes Pferd haben mit dem ich gemeinsam trainieren und Spaß haben kann.

Dabei grinst sie verschmitzt.


Na, haben Sie auch Interesse am Reitsport? Dann finden Sie hier die Links zu fränkischen Reiterhöfen:



Und wenn Ihnen Pferde zu groß sind, dann probieren Sie doch unseren Fitness-Tipp Zipline-Park aus.

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